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Gebrauchtwagenkauf

Beim Gebrauchtwagenkauf ist die Freude anfangs oft groß. Ein vermeintlicher toller Wagen zum kleinen Preis. Nicht selten kommt die Ernüchterung bereits nach wenigen Kilometern. Mängel, die bei der Probefahrt nicht sichtbar waren, treten hervor. Möglicherweise stehen auch kostenintensive Reparaturen an.

Am liebsten würden man den Gebrauchtwagen dem Verkäufer wieder vor die Türe stellen, was jedoch rechtlich gesehen nicht ohne Weiteres möglich ist.

Der folgende kleine Ratgeber zeigt Ihnen, welche Gewährleistungsrechte Sie als Käufer haben und auf was Sie achten sollten.

Gewährleistungsausschluss

Leistungen

Verkehrsunfall

Unfallregulierung

Schmerzensgeld

Straf- und Bußgeldrecht

Fahrerlaubnisrecht

Fahrverbot

Autokaufrecht

KFZ-Leasing

Werkstatt- und Reparatur

MPU-Verfahren

Kraftfahrtversicherung

Gewährleistungsrechte können nur dann geltend gemacht werden, wenn kein wirksamer Gewährleistungsausschluss vereinbart wurde.

Wenn Sie ein Gebrauchtwagen von einem Händler erwerben, stehen Ihnen grundsätzlich sämtliche Gewährleistungsrechte zur Verfügung. Ein Händler kann gegenüber einem Verbraucher die Gewährleistungsrechte nämlich nicht ausschließen.

Anderes gilt aber dann, wenn Sie einen Gebrauchtwagen von einem Verbraucher erwerben. Hier ist ein Gewährleistungsausschluss möglich und auch üblich. Nahezu alle Musterverträge enthalten auch standardmäßig einen Gewährleistungsausschluss. Daher ist es wichtig, dass Sie den Gebrauchtwagen vor dem Kauf ausgiebig Probefahren und besichtigen.

Viele Werkstätten, aber auch der TÜV und die DEKRA bieten für ca. 80 - 100 EUR einen Gebrauchtwagencheck an. Die Profis prüfen innerhalb von 60-90 Minuten den Wagen auf versteckte Mängel und ermitteln seinen tatsächlichen Wert.

Lehnt der Verkäufer einen solchen Gebrauchtwagencheck kategorisch ab, sollten Sie besser die Finger vom Wagen lassen!

 

Der Gewährleistungsausschluss greift aber nicht in allen Fällen. Wenn Sie vom Verkäufer bei Vertragsschluss arglistig getäuscht wurden, kann er sich nicht auf den Gewährleistungsausschluss berufen. Eine Täuschung liegt auch dann vor, wenn Ihnen der Verkäufer Mängel verschweigt. Der Verkäufer muss nämlich auf einen Mangel, der von wesentlicher Bedeutung ist, auch ohne Nachfrage hinweisen. Ein solcher Mangel liegt beispielsweise bei einem Unfallschaden vor.

Sachmangel

Gewährleistungsrechte können nur dann geltend gemacht werden, wenn ein sog. Sachmangel vorliegt, denn nicht jede Beeinträchtigung des Pkw stellt einen Mangel im Rechtssinne dar.

 

Ein Mangel im Rechtssinne liegt nur vor, wenn die Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen über das Maß hinausgehen, womit man bei einem PKW des betreffenden Typs angesichts von Alter und Laufleistung üblicherweise rechnen muss.

Ein Mangel liegt aber auch dann vor, wenn der PKW nicht die vereinbarte Beschaffenheit aufweist.

Recht haben und Recht bekommen: Im Zweifel müssen Sie darlegen und beweisen, dass bei Übergabe des PKW ein Mangel vorlag. Deswegen ist es wichtig, dass mündliche Abreden und Beschaffenheitsvereinbarungen immer im Kaufvertrag niedergeschrieben werden. Andernfalls werden Sie mit Sicherheit in Beweisnot geraten.

 

Die Nacherfüllung

Liegt kein Gewährleistungsausschluss vor und steht fest, dass der PKW mit einem Sachmangel behaftet ist, haben Sie zunächst das Recht auf Nacherfüllung. Anders ausgedrückt: Sie müssen dem Verkäufer zunächst die Möglichkeit einräumen, den Mangel zu beheben. Der Verkäufer hat auch die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Wichtig ist, dass Sie den Verkäufer immer schriftlich mit Fristsetzung zur Nacherfüllung auffordern. Hierbei sollten Sie auch den Mangel konkret benennen.

 

Weitere Gewährleistungsrechte

Erst wenn die Nacherfüllung fehlgeschlagen ist oder der Verkäufer die Nacherfüllung nicht fristgerecht vornimmt, haben Sie u.a. folgende Rechte: 

  • Rücktritt vom Vertrag

  • Minderung

  • Schadensersatz

  • Aufwendungsersatz

Die vorrangige Nacherfüllung ist nur dann entbehrlich, wenn der Verkäufer die Nacherfüllung vorab  verweigert oder wenn besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die sofortige Geltendmachung der vorgenannten Rechte ausnahmsweise rechtfertigen. Ein derartiger Fall liegt beispielsweise vor, wenn Sie arglistig getäuscht wurden.

Dezernat für Verkehrsrecht

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