BEITRAG LESEN

  • Rechtsanwalt

Eine Unfallreise durch Europa - Frankreich

Eine Unfallreise durch Europa Teil 01/12

Ersatz fiktiver Reparaturkosten in Frankreich


Einleitung

Jeder Unionsbürger hat das Recht, ohne Visum in die Mitgliedsstaaten der EU (auch Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) einzureisen. Man muss lediglich im Besitz eines gültigen Ausweisdokuments sein. Dieses Recht bezeichnet man gemeinhin auch als Freizügigkeit.


Kommt es im EU-Ausland zu einem Verkehrsunfall, stellt sich oftmals die Frage, welche Schadensersatzansprüche man gegen den Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung geltend machen kann. Die Ersatzfähigkeit der jeweiligen Anspruchspositionen sind in den jeweiligen Rechtsordnungen der Mitgliedsstaaten der EU sehr unterschiedlich ausgestaltet.


Von großer Bedeutung sind vor allem die fiktiven Reparaturkosten sowie die ausgewiesene Umsatzsteuer. Auch stellt sich regelmäßig die Frage, ob im jeweiligen EU-Mitgliedsstaat von deutschen Werkstätten bzw. Sachverständigen erstellte Kostenvoranschläge bzw. Gutachten anerkannt werden. Hierüber soll die folgende Beitragsreihe informieren.


Allgemeines zur Regulierung von Unfällen im EU-Ausland

Die außergerichtliche Regulierung von Verkehrsunfällen innerhalb der EU ist seit 2003 unter den Voraussetzungen der 4. KH-Richtlinie auch im Wohnsitzland des Geschädigten möglich. Kommt es also im EU-Ausland zu einem Unfall, können Sie Ihre Ansprüche bequem mit Hilfe unserer Kanzlei über einen in Deutschland befindlichen Schadenregulierungsbeauftragten geltend machen. Sollte die außergerichtliche Unfallregulierung gänzlich oder teilweise scheitern, besteht auch die Möglichkeit, die ausländische Haftpflichtversicherung an Ihrem Wohnsitzgericht zu verklagen.


Ersatz fiktiver Reparaturkosten in Frankreich

Beginnen wir unsere Reise in Frankreich.


In Frankreich besteht die Möglichkeit, den Schaden fiktiv auf Basis eines Sachverständigengutachtens abzurechnen. Hierbei wird auch die Umsatzsteuer erstattet, wenn der Geschädigte nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Der Schadensersatzanspruch ist in Frankreich auf die Höhe des Wiederbeschaffungswertes begrenzt. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, auf Basis eines Kostenvoranschlags einer Reparaturwerkstatt abzurechnen. Bei Schäden ab 1.500,00 EUR wird zumeist ein zusätzliches Sachverständigengutachten verlangt. Deutsche Sachverständigengutachten werden für gewöhnlich als Regulierungsgrundlage anerkannt. Häufig ist es aber so, dass französische Gutachter die Reparaturkosten niedriger einstufen, weil sie vielfach geringere Anforderungen an die fachgerechte Schadenbeseitigung stellen. Es muss daher gegebenenfalls mit Abstrichen oder Kürzungen bei Vorlage eines deutschen Gutachtens gerechnet werden.


Weil auch in Frankreich der Rechtsgrundsatz der Totalreparation besteht, besteht auch ein Anspruch auf Erstattung der Gutachterkosten.


Ausblick

Die Unfallreise durch Europa wird in Kürze in Niederlande fortgesetzt.


Weiterführendes

Die fiktive Abrechnung

Dezernat für Verkehrsrecht

Oselbachstraße 41 - 66482 Zweibrücken

KONTAKT

Telefon: 06332 8999 135

Telefax: 06332 8980 281

E-Mail:   info@ra-verkehrsrecht.net

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag, Dienstag und Donnerstag

08:00 bis 12:30 Uhr - 13:30 bis 16:30 Uhr

Mittwoch

08:00 bis 12:30 Uhr

Freitag

08:00 bis 14:00 Uhr